Maryam Mohammadi

PART OF THE GAME | SPIELERIN 1
Maryam Mohammadi | Talisman 
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Wenn etwa eine Frau sich wünscht, dass ihr Mann sie mehr lieben sollte, gibt ein/e WahrsagerIn ihr einen entsprechenden Talisman und weist sie an, diesen unter den Kopfpolster oder in die Tasche des Mannes zu legen. Oft finden sich gerade in Gesellschaften, in welchen Religionen und Staatsmächte verschiedene soziale und private Rollen diktieren, Gegenströmungen zu diesen Ideologien, welche auf lokalem, kulturellem und religiösem Aberglauben basieren. Der Talisman ist eine symbolische Reflexion der Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Ihr Fokus liegt auf Themen, die für Frauen von Interesse sind. Die Frauen, die auf den Talismanen dargestellt werden, wollen dominante Femmes fatales sein und sind doch zugleich von der männlichen Figur abhängig, indem sie eine passive Rolle gegenüber dem männlichen Geschlecht einnehmen. Sie sehen auf den gravierten Bildern magisch aus, mit unergründlichen Mienen.
Dank an: Sam Beklik, Masoud Razavy Pour, Nayari Castillo und Joachim Hainzl. Dieses Projekt wurde gefördert von der Stadt Graz, Kultur.

 

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Maryam Mohammadi ist eine Dokumentar- und Staged-Fotografin, sie war mehrere Jahre Dozentin an der Teheraner Kunstuni und widmete ihre Doktorarbeit dem Thema „Fotografie und Feminismus“. Ausstellungen im Iran, Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Schweiz, Frankreich, Bosnien-Herzegowina und USA. Sie lebt seit 2009 in Graz, und ist seit 2013 Kunstförderungspreisträgerin der Stadt Graz. In ihren Arbeiten thematisiert sie die Einwirkungen gesellschaftspolitischer, kultureller und religiöser Bedingungen auf lokaler und globaler Ebene bei Frauen, MigrantInnen und „Newcomers“ und wie sie sich in deren soziale Identitäten einschreiben. Staged-Photography und die Methode der Inszenierung dient ihr zur kritischen Interpretation politischer und sozialer Umstände. Immer wieder ist sie dabei auch selbst Anschauungsobjekt, um ihre Sozialisierungen in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen zu reflektieren.