Werner Schwab: Joe Mc Vie | Bertram Könighofer: Graphic Novel

Werner Schwab | Joe Mc Vie
Graphic Novel | Bertram Könighofer | 
Die ersten 18 Seiten

Freitag, 02.2.2018, 18:00 bis 22:00 Uhr und  Samstag, 03.02. 2018, 13:00 bis17:00 Uhr

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werner-schwab_v2 bild.jpg Der Autor: Werner Schwab
Werner Schwab, geboren 1958 in Graz, studierte von 1978 bis 1982 an der Akademie der bildenden 
Künste in Wien. In den 80ern arbeitete er sowohl an verderblichen Skulpturen (aus Knochen, Därmen,
Innereien, Ruß, Zucker, seinen Handschriften u. Zeichnungen etc.) als auch an Prosa und Texten für
Rauminstallationen. Die 15 Theaterstücke, die er zwischen 1990 und seinem Tod in der Silvesternacht
1993 schrieb, machten ihn zum begehrten Bühnenautor, zum Skandal und zum Idol, zum Erfinder eines
seitdem vielkopierten, unverwechselbar eigenen Ausdrucks. Übersetzungen in zahlreiche Sprachen
beweisen die genuine stilistische Kraft und den Rang seines Werks das über Sprach- und Kulturgrenzen
reicht. Sein Werk ist bis heute fester Bestandteil der Theaterspielpläne - über europäische Kreise hinaus.
Das hässliche Portrait der hässlichen Verhältnisse, das er zeichnete, ihre groteske Übersteigerung, die
Erkenntnisfunken, die aus seiner poetischen und zugleich qualvoll verdrehten Sprache sprühen, sind
Argumente genug, sein Werk zu studieren – oder einfach zu lesen.
Zeichner.jpg Zeichner: Bertram Könighofer
1976 geboren in der Steiermark, Jugend in Graz. Abschluß einer Fachhochschule
für Grafik- und Kommunikationsdesign, anschließend Zivildienst. Lebt seit Ende 1999 als freischaffender Künstler und Comiczeichner in Wien und verdient seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Grafikdesigner und Illustrator. Einzel- und Gruppenausstellungen, Performances und Events in Wien, Graz, Linz, Berlin, Hamburg, Prag, Budapest und Ljublijana. Organisation der ersten beiden 24-Hour-Comics in Wien (2007 und 2008, frei nach einer Versuchsanordnung von Scott McCloud). Teilnahme an Comic- Workshops und Seminaren (u.a. mit Reinhard Kleist, Barbara Yelin und Aleksandar Zograf). Kleinere Publikationen im Eigenverlag oder im Rahmen von Anthologien (z.B. in „STORMY – Topografien des Jenseits“, tonto-comics nr. 8, oder in „50 – Literatur gezeichnet, 50 Werke der Weltliteratur neu interpretiert von 50 Comic-Künstlern“). Einige Beispiele für Arbeiten und Projekte finden sich auch online, unter: https://bertbricht.org
Projektkoordinatorin.jpg Projektkordination: Ingeborg Orthofer
1960 geboren in Sinabelkirchen/Österreich.
Studium der Bildhauerei und Europäischen Ethnologie in Graz und Wien.
Seit 1994 Verwaltung des Literarischen Nachlasses und des künstlerischen Gesamtwerkes
Werner Schwabs. Wissenschaftliche Aufarbeitung und künstlerische Interventionen, Edition der Werkausgabe.
Freischaffende Bildende Künstlerin.

Der Roman: Joe Mc Vie alias Josef Thierschädl
Roman. Werke Band 1, Hrsg. Von Ingeborg Orthofer
Eine Entdeckung aus dem Nachlass von Werner Schwab, ein zentraler Text.
Joe Mc Vie bewegt sich in einer Welt, deren Realkoordinaten – Österreich, 1988, Allgegenwart des Staatspräsidenten, Landleben mit „Gemeinderat, Wirtshaus, Feuerwehr, Heimkehrer, Kirche“ – sich zunehmend in Richtung Comics und Splatterfilme verschieben. Dass Schwab „zu dem, was man das Körperliche nennt, ein direktes hartes unsentimentales Verhältnis“ hat, belegt auch dieser frühe Roman ziemlich drastisch: Fleisch blüht und verfault, und dass Moral nicht unabhängig von Verwesung und Fäulnis gedacht werden kann, ist auch diesem oft aberwitzig komischen Text eingeschrieben. Joe Mc Vie alias Josef Thierschädl ist in vielerlei Hinsicht ein zentraler Text im Werk Schwabs. Nicht nur entsteht in ihm allmählich das so schnell danach berühmt gewordene „Schwabisch“, dieses aus Witz, Parodie und vielerlei entfremdeten Jargons bestehende Idiom, der Roman zeigt auch eine der Quellen von Schwabs Kritik: Joe Mc Vie spielt während der Zeit der Kandidatur Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten und des 50. Jahrestags des „Anschlusses Österreichs“ und spiegelt die politischen und gesellschaftlichen Diskurse dieser Jahre wider. Dieser Roman entstand 1988 während eines Studienaufenthalts seiner Frau in Dänemark und ging der Arbeit an Schwabs Erfolgsstück Die Präsidentinnen unmittelbar voran. Werner Schwab arbeitet zu dieser Zeit intensiv an den Schnittstellen von bildender Kunst (insbesondere Environments und Collagen/ Assemblagen), Literatur, Sprachkritik und Politik; seine Arbeitsfelder liegen in der Lebenswelt der Armut, in den Bereichen von „Schund“, „Schrott“, Verletzung und eingeschränkten Möglichkeiten, im Spannungsfeld von herrschenden (ideologischen) Systemen und Beherrschten. 

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 mehr in der Kunsthalle Graz